3.1 Systemgrenzen und Lebenszyklusorientierte Modellarchitektur
Die methodische Fundierung der techno-ökonomischen Analyse erfordert eine präzise Festlegung der Systemgrenzen entlang der gesamten Bereitstellungskette vom Exportterminal bis zur Übergabestation des Importlandes. Zur Bestimmung der resultierenden Gestehungskosten wird ein lebenszyklusorientierter Modellansatz gewählt, der die getrennte Erfassung von kapitalgebundenen Investitionsausgaben sowie betriebsbezogenen Fix- und Variablenkosten ermöglicht [1]. Hierbei werden die technologiespezifischen Konversionsschritte wie Hydrierung, Verflüssigung oder Ammoniaksynthese mathematisch mit den distanzabhängigen Transportaufwendungen und den nachgelagerten Re-Konversionsprozessen verknüpft. Die ökonomische Bewertung basiert auf dem Konzept der Levelized Cost of Hydrogen, wodurch unterschiedliche technische Standzeiten und Degradationsverläufe harmonisiert vergleichbar werden [2]. Besondere Beachtung findet hierbei die dynamische Modellierung von Auslastungspfaden, da Unterauslastungen in der Hochlaufphase erhebliche Fixkostenbelastungen auf die transportierte Mengeneinheit umlegen [3]. Ergänzend werden energetische Wirkungsgradketten für jeden Trägerpfad hinterlegt, um den thermodynamischen Mehraufwand der Rückverstromung oder stofflichen Nutzung adäquat im Gesamtergebnis abzubilden.