3.3 Indikatorenentwicklung zur Abbildung von wissenschaftlicher Exzellenz und Vernetzung
Die methodische Fundierung einer empirischen Evaluationsstudie zur Forschungsleistung im Kontext staatlicher Exzellenzförderung erfordert ein mehrdimensionales Indikatorengefüge, das sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte wissenschaftlicher Produktivität abbildet. In der bibliometrischen Forschungspraxis hat sich gezeigt, dass isolierte Zitationszählungen ohne fachspezifische Normalisierung zu verzerrten Ergebnissen führen können, da Fachkulturen erhebliche Varianzen in ihren Publikations- und Zitiergewohnheiten aufweisen [1]. Aus diesem Grund stützt sich der vorliegende methodische Ansatz auf feldnormalisierte Indikatoren sowie auf netzwerkanalytische Verfahren, um die Einbettung geförderter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in kollaborative Forschungsstrukturen zu rekonstruieren [2]. Wie in einschlägigen Evaluationsstudien zu kollaborativen Forschungszentren dargelegt wird, entfaltet die Förderung ihre Wirkung vor allem über die Intensivierung institutionsübergreifender Kooperationen und die Bündelung von Expertise [1]. Die netzwerkanalytische Betrachtung hochzitierter Arbeiten erlaubt es dabei, die strukturelle Zentralität einzelner Forschungseinheiten innerhalb der Exzellenzcluster präzise abzubilden und strukturelle Veränderungen über mehrere Förderphasen hinweg vergleichend nachzuvollziehen [2]. Auf diese Weise wird vermieden, Fördereffekte monokausal auf monetäre Zuwendungen zurückzuführen, während gleichzeitig die Dynamik epistemischer Gemeinschaften methodisch kontrolliert erfasst werden kann.