Grundlagen und Zielsetzungen von Antibiotika-Stewardship-Programmen
Die Etablierung rationaler Verordnungsstrategien für Antiinfektiva im stationären Sektor ist untrennbar mit den Zielen der Infektionsprävention und der allgemeinen Patientensicherheit verknüpft [6]. Strukturell verfolgen entsprechende Programme das Ziel, den selektiven Druck auf Erregerpopulationen durch optimierte Indikationsstellungen, korrekte Dosierungen sowie adäquate Therapiedauern nachhaltig zu senken. Die klinische Realität offenbart hierbei jedoch erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Einrichtungstypen, Fachabteilungen und Versorgungsstufen, was auf eine uneinheitliche Durchdringung verbindlicher Standards hinweist [2]. Während Universitätsklinika häufig über spezialisierte infektiologische Fachdienste und etablierte Konsiliardienste verfügen, stehen kleinere Häuser der Grund- und Regelversorgung vor der Herausforderung, personelle Ressourcen für multidisziplinäre Teams bereitzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die evidenzbasierte Steuerung bildet die kontinuierliche Erfassung und Rückmeldung lokaler Anwendungsdichten über digitale Berichtsinstrumente [3]. Erst die Verknüpfung von standardisierten Verbrauchsdaten mit klinischen Qualitätsindikatoren ermöglicht es den verantwortlichen Fachkräften, ungerechtfertigte Abweichungen von Therapieleitlinien zu identifizieren und zielgerichtete edukative Maßnahmen auf Stationsebene umzusetzen.