3.3 Topologische Rekonfiguration und Flexibilitätsbewertung
Die methodische Modellierung von Übertragungsengpässen im Kontext erneuerbarer Einspeisestrukturen erfordert die koordinierte Verknüpfung nichtlinearer Leistungsflussgleichungen mit stochastischen Optimierungsverfahren. Um die netztechnischen Restriktionen im Hochspannungsübertragungsnetz unter variabler hydroelektrischer Einspeisung exakt abzubilden, stützt sich der gewählte methodische Ansatz auf die mathematische Formulierung eines stochastischen optimalen Leistungsflusses, welcher topologische Schaltmassnahmen und Netzrekonfigurationen explizit einbindet (IEEE, 2020). Hierbei werden Knotenspannungen, thermische Leitungsstromgrenzen sowie Transformatorbelastungen als deterministische und stochastische Nebenbedingungen in das Optimierungsproblem integriert, um Engpasssituationen proaktiv zu beherrschen und gleichzeitig die Systemstabilität unter unsicheren Einspeisebedingungen zu gewährleisten. Zur gezielten Reduktion der rechnerischen Komplexität und zur Lokalisierung kritischer Netzzweige implementiert die Methodik eine mehrstufige Sensitivitätsanalyse. Durch die strukturierte Gruppierung von Erzeugungsanlagen erneuerbarer Energien auf Basis ihrer differentiellen Lastflussempfindlichkeiten und des resultierenden Engpassvolumens auf einzelnen Leitungselementen lässt sich die Übertragungsbelastung zielgerichtet steuern (IEEE, 2023). Ergänzend wird ein integrativer Modellansatz zur flexiblen Netzführung herangezogen, welcher die Flexibilitätspotenziale von Lastverschiebungen und Netzumschaltungen auf Verteil- und Übertragungsebene systematisch verknüpft, um Übertragungsengpässe ohne übermässigen Abregelungsbedarf aufzulösen (IET, 2026). Hierbei werden neben konventionellen Kraftwerkssteuerungen auch hydroelektrische Pumpspeicher als variable Stellglieder im Optimierungsmodell abgebildet. Die mathematische Modellierung überführt die physikalischen Gesetzmässigkeiten des Wechselstromleistungsflusses in ein gemischt-ganzzahliges Optimierungsproblem, dessen Zielfunktion sowohl die Redispatch-Kosten hydroelektrischer Flexibilitäten als auch die Zuverlässigkeit des Netzbetriebs simultan bewertet. Durch diesen mehrdimensionalen methodischen Rahmen wird eine robuste E…