3.1 Systematischer Kriterienkatalog zur Bewertung alpiner Versorgungsnetzwerke
Die methodologische Erfassung telemedizinischer Versorgungsstrukturen in topografisch isolierten Bergregionen erfordert ein mehrdimensionales Bewertungsverfahren, das technische Zuverlässigkeit mit klinischer Versorgungsqualität systematisch verknüpft. Die methodische Grundlage dieser Untersuchung bildet eine vergleichende Sekundäranalyse veröffentlichter Implementierungskonzepte, regulatorischer Rahmenrichtlinien und technologischer Machbarkeitsberichte aus peripheren Versorgungsräumen [4]. Zur Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes wird eine Kriterienmatrix angewandt, welche Versorgungsmodelle entlang von vier Kernachsen typologisiert: Übertragungssicherheit unter extremen topografischen Bedingungen, klinische Interventionsgeschwindigkeit, Interoperabilität mit bestehenden Spitalinformationssystemen sowie algorithmische Unterstützung bei der Triage [3], [4]. Besonderes methodisches Augenmerk liegt auf der Differenzierung zwischen synchronen Videoberatungen, asynchronen Befundübermittlungen und kontinuierlichem Vitalparameter-Monitoring. Ergänzend fliessen internationale Qualitätsstandards für künstliche Intelligenz in der medizinischen Diagnostik ein, um die Validität automatisierter Empfehlungsalgorithmen für isolierte Primärversorger kriterienbasiert zu evaluieren [3]. Auf diese Weise wird eine strukturierte Basis geschaffen, um technologische Potenziale gegenüber bestehenden organisatorischen und geografischen Restriktionen im alpinen Raum analytisch abzugrenzen.