5.1 Synthese der empirischen Befunde und kritische Würdigung
Die vorliegende Synthese verdeutlicht, dass Studienabbruch nicht als isoliertes individuelles Versagen interpretiert werden darf, sondern als Resultat einer komplexen Interaktion ökonomischer und struktureller Determinanten. Während quantitative Untersuchungen belegen, dass sozioökonomische Faktoren sowie die ersten beiden Studienjahre massgeblich für das Abbruchrisiko verantwortlich sind (Complexities of Student Dropout in Higher Education: A Multidimensional Analysis, 2024), weisen vertiefende Arbeiten auf die Relevanz finanzieller Restriktionen und unzureichender institutioneller Rahmenbedingungen hin (Causes of Dropout in Higher Education: An Analysis of Student Dropouts in Bachelor of Education from Marsyangdi Multiple Campus, 2024). Diese Befunde stützen die These, dass finanzielle Förderstrukturen im Hochschulbereich direkt mit präventiven Begleitangeboten gekoppelt werden müssen, um vulnerable Studierendengruppen gezielt zu stabilisieren. Gleichwohl offenbart der wissenschaftliche Diskurs eine wesentliche Forschungslücke: Viele bisherige Ansätze individualisieren den Studienabbruch und vernachlässigen die systematische Wechselwirkung zwischen staatlicher Governance, hochschulischer Finanzierungsarchitektur und studentischer Persistenz (Reframing Student Dropout as a Systemic Challenge in Indian Higher Education, 2026). Zukünftige Untersuchungen müssen demnach institutionelle Logiken und finanzielle Ressourcenströme stärker in Persistenzmodelle integrieren. Die Aussagekraft der vorliegenden Synthese unterliegt jedoch methodischen Limitationen. Zum einen basieren die analysierten Primärstudien teilweise auf spezifischen institutionellen Fallkontexten oder regionalen Datensätzen, was die uneingeschränkte Generalisierbarkeit auf das Schweizer Hochschulsystem einschränkt. Zum anderen erschweren heterogene Erhebungszeitpunkte und variierende Definitionen von Studienabbruch einen direkten, harmonisierten Quervergleich zwischen unterschiedlichen Hochschultypen und Fördersystemen.