Die zunehmende Digitalisierung des Alltags hat die Lebenswelt von Jugendlichen grundlegend transformiert. Soziale Medien fungieren heute als primäre Räume für Identitätsbildung, soziale Interaktion und Informationsbeschaffung, wobei die Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Debatten rücken [1][2]. Während digitale Plattformen Möglichkeiten zur kreativen Selbstentfaltung und sozialen Vernetzung bieten, mehren sich Hinweise auf negative Korrelationen mit der psychischen Gesundheit [7].
In Deutschland stellt sich die Situation aufgrund spezifischer sozioökonomischer und bildungspolitischer Rahmenbedingungen komplex dar. Die Diskrepanz zwischen der hohen Nutzungsintensität und den verfügbaren präventiven Schutzmaßnahmen erfordert eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung [6]. Insbesondere die Dynamik von Vergleichsprozessen und die Verbreitung von Cyberbullying bergen Risiken, die eine differenzierte Betrachtung der psychischen Stabilität erfordern [8].
Ziel dieser Dissertation ist es, die komplexen Wirkmechanismen zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Wohlbefinden von Jugendlichen systematisch zu untersuchen. Durch eine methodische Synthese aktueller Studien wird ein umfassendes Bild der Chancen und Risiken gezeichnet, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für den deutschen Kontext abzuleiten. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zur gesundheitswissenschaftlichen Forschung und unterstützt Entscheidungsträger in Bildung und Politik bei der Gestaltung digitaler Lebenswelten.
Die systematische Untersuchung stützt sich auf eine breite Basis an Literatur, die sowohl internationale Trends als auch spezifische deutsche Gegebenheiten berücksichtigt [4]. Durch die Integration von Erkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie, Medienpädagogik und Gesundheitswissenschaft wird ein interdisziplinärer Rahmen geschaffen, der die Komplexität des Themas widerspiegelt und die Grundlage für die nachfolgende Analyse bildet.