4.1 Ökobilanzieller Vergleich hydrometallurgischer und pyrometallurgischer Rückgewinnungsverfahren
Die ökobilanzielle Bewertung von Recyclingpfaden für Lithium-Ionen-Batterien verdeutlicht, dass die Wahl der verfahrenstechnischen Route maßgeblich über die stoffliche Schließung von Kreisläufen entscheidet. Während etablierte Verfahren historisch primär auf ökonomisch werthaltige Fraktionen wie Kobalt, Kupfer, Eisen und Aluminium fokussiert sind, erfordert eine konsequente Kreislaufwirtschaft die Rückgewinnung eines breiteren Spektrums an Komponenten (Velázquez-Martínez et al., 2019). Aus der theoretischen Gegenüberstellung der Verfahrensschritte resultiert ein direkter Zusammenhang zwischen der technologischen Prozesskomplexität und der Qualität sowie Verwendbarkeit der rezyklierten Materialfraktionen (Velázquez-Martínez et al., 2019). Mechanische Vorbehandlungen in Kombination mit weiterführenden nasschemischen Aufbereitungsschritten ermöglichen eine differenziertere Trennung der Aktivmaterialien, verlangen jedoch eine präzise Abstimmung vorgelagerter Prozessketten. In diesem Kontext zeigt sich, dass eine isolierte Betrachtung der verfahrenstechnischen Emissionen unzureichend bleibt, da die Gesamtumweltwirkung substanziell durch logistische Strukturen determiniert wird (Prayogo et al., 2026). Die methodische Verknüpfung von Reverse-Logistik-Systemen und Ökobilanzierung verdeutlicht, dass die Optimierung von Sammel-, Transport- und Aufbereitungsprozessen eine fundamentale Voraussetzung darstellt, um Umweltlasten im Vergleich zur Primärproduktion effektiv zu senken (Prayogo et al., 2026). Infrastrukturelle Rahmenbedingungen und technologische Entwicklungen bestimmen folglich die ökologische Vorteilhaftigkeit industrieller Batterierecyclingrouten im nationalen Kontext maßgeblich.