4.2. Governance-Modelle zur Gewährleistung studentischer Autonomie
Die Sekundärnutzung von Campusdaten zur gezielten Optimierung universitärer Bildungs- und Verwaltungsprozesse offenbart ein strukturelles Spannungsfeld zwischen formaler Rechtskonformität und dem nachhaltigen Schutz individueller Freiheitsrechte. Während normative Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung verbindliche Mindeststandards für die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung etablieren, argumentiert die bildungswissenschaftliche Forschung für eine deutliche Erweiterung dieser rein juristischen Perspektive. Ein ausschließlich an gesetzlicher Compliance orientierter Ansatz greift zu kurz, da er fundamentale Fragen der Bildungsgerechtigkeit, der Rechenschaftspflicht und der studentischen Handlungsfähigkeit nicht eigenständig auflöst (32908298f734c83b62030c335ee761b1ad9dceb2). Zur Überwindung dieser Defizite schlägt der LEAGUE-Rahmenplan ein sechssäuliges Governance-Modell vor, das zentrale Dimensionen wie Agency, Equity und Ethics by Design systematisch in institutionelle Analyseprozesse integriert (32908298f734c83b62030c335ee761b1ad9dceb2). Diese Konzeption korrespondiert eng mit der theoretischen Beobachtung, dass adaptive Lernsysteme spezifische Risiken für die Autonomie von Lernenden und Lehrenden sowie für gewohnte soziale Interaktionsformen erzeugen (95fef8cb6ca8f2135038348f278767c34e5bb152). Technische, pädagogische und rechtliche Schutzmaßnahmen bleiben in der Praxis häufig voneinander isoliert, wenn übergeordnete institutionelle Richtlinien fehlen, die den praktischen Einsatz von Algorithmen kontinuierlich bewerten und steuern. Ein vierstufiges Modell zur Risikominimierung verknüpft daher ethische Audits und pädagogische Anpassungen mit der gezielten Förderung digital-ethischer Kompetenzen sowie fortlaufendem Feedback (95fef8cb6ca8f2135038348f278767c34e5bb152). In der praktischen Synthese beider Ansätze zeigt sich deutlich, dass eine rechtskonforme Sekundärnutzung nicht allein auf reaktiven IT-Sicherheitsvorkehrungen und formalen Zustimmungen basieren darf. Erst die bewusste Verschränkung formeller DSGVO-Anforderungen mit einer proaktiven, wertorientierten Governance stellt sicher, dass datengestützte Hochschulsysteme institutionelle Transparenz schaff…